Freunde von Freunden

Nadin Maria Rüfenacht
Photographer & Artist , Apartment & Studio, Leipzig
Interviews > Nadin Maria Rüfenacht

Viermal im Jahr bevölkern Kunstfans, Sammler, Patchwork-Familien zum Tag der offenen Tür – den „Rundgängen“ – die ; den Ort, an dem die Fotografin Nadin Maria Rüfenacht lebt und arbeitet. Michael Ballack und Angela Merkel waren auch schon da. Dann parken Limousinen mit verdunkelten Fensterscheiben vor den Galerien, Ausflügler lassen sich durch die Ateliers der Künstler führen oder rasten mit Limo auf Bierbank im Schatten einer der großen, roten Backsteinhallen. Die ehemalige Baumwollspinnerei im Westen Leipzigs, wo einst Garne im Dreischichtbetrieb verarbeitet wurden, ist zum Zentrum der Leipziger Kunstszene geworden. Rund hundert Maler, Fotografen, Bildhauer und Konzeptkünstler arbeiten in der ehemaligen Fabrikstadt, die The Guardian als „The hottest place on earth“ geadelt hat.

In Haus 21, einem ehemaligen „Funktionsgebäude“, lebt seit vier Jahren die Fotografin Nadin Maria Rüfenacht mit ihrem Mann, dem Maler Tilo Baumgärtel, ihren fünf Kindern und dem Au-Pair-Mädchen Lizi. Zum Haushalt der Schweizerin gehören außerdem drei Katzen und ihre Windhunde Xavou und Titus, die beide schon für Arbeiten Rüfenachts Modell standen. Nadin Maria Rüfenacht hat an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig Fotografie studiert und dort 2005 ein Meisterschülerstudium bei Timm Rautert aufgenommen.

Dieses Portrait is Teil unserer Kollaboration mit ZEIT Online, die eine eigene Kuration dieser Strecke auf zeigen.

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Du wohnst vielleicht am hippsten Ort Leipzigs…

Wie so oft: Die Baumwollspinnerei war erst schräg und eigenwillig, wurde dann “hipp” und klingt jetzt wieder ab. Der Ort hat eine gewisse Normalität bekommen. Zu Beginn gab es hier auf dem Gelände noch keine Galerien. Nun sind fast alle Leipziger Galerien hierher gezogen. Sie haben im Kollektiv mit der Spinnerei Rundgänge ins Leben gerufen, die sich großer internationaler Aufmerksamkeit erfreuten. Es gab Zeiten, da sind zu diesen Tagen Privatjets auf dem Flughafen gelandet. Das hat sich gelegt, und das Publikum hat sich etwas verändert. Klar kommen kunstinteressierte Leute in die Spinnerei, aber die Rundgänge haben jetzt etwas von einem Volksfestcharakter. Die Kindern lieben das. Ich gehe dann lieber am Abend über das Gelände. Da sieht man die Sammler und man tanzt in lockerer Atmosphäre. Über das Jahr bleiben die Räume, die perfekt sind.

Du kommst aus der Schweiz, wie bist du nach Leipzig gekommen?

Zum Studium, das war im Jahr 1999. Ich war 19 und wollte unbedingt Fotografie studieren. Die Hochschule stand für Tradition und Innovation gleichermaßen. Leipzig als Stadt war im Gegensatz zu Zürich oder Bern in den 1990er Jahren ein Abenteuer. Einfach anders: Es stand vieles leer, vieles war marode und runtergekommen. Wir sind in leerstehenden Fabriken eingestiegen. Es war aufregend.

Seitdem hat sich nicht nur die Stadt verändert. Wie hast du den Wandel der Leipziger Kunstszene erlebt?

Seit 1999 ist tatsächlich viel passiert. Gerade zu dieser Zeit, Anfang der 2000er, hat der Erfolg der Leipziger Maler langsam eingesetzt. Einige davon habe ich damals noch in der Hochschule in der Kantine sitzen sehen. Die waren eigenwillig, etwas schräg, aber ich mochte sie. Dann haben einige Maler begonnen, als Künstlerkollektiv (LIGA) eigene Ausstellungen zu machen und plötzlich ging das total ab. Es war die Wiedergeburt der Malerei und hat den Rest der Kunstszene sanft touchiert.

Du hast diese Umbrüche in Leipzig und der Kunstszene zuerst als Fotografiestudentin, später als Meisterschülerin bei Timm Rautert erlebt. Hat sich in dieser Zeit auch dein Arbeiten verändert?

Mein Schaffen hat sich verändert: Zu Beginn meines Fotografie-Studiums bin ich total unkritisch durch die Welt gelaufen und habe fotografiert, was ich gut fand. Was ich gemacht habe, habe ich auch ausgestellt. Erst zu meiner Diplomzeit 2005 habe ich begriffen, was das hier alles bedeutet – sofern man das überhaupt begreifen kann. Meine Arbeit hat sich verdichtet und ich habe angefangen zu inszenieren. Das war ein wesentlicher Punkt.

Konntest du dich ab diesem Punkt als Künstlerin bezeichnen?

Das kam erst jetzt, als ich gemerkt habe, dass ich als Künstlerin rezipiert werde. Mit 19 war mir nicht bewusst, dass ich mal eine Künstlerin sein werde. Einige haben schon während des Studiums davon gesprochen, Künstler zu sein. Das konnte ich von mir nicht sagen. Obwohl ich nie etwas anderes gemacht und immer sehr intensiv gearbeitet habe. Nun weiß ich, dass Kunst einfach Arbeit ist. Ich gehe ins Atelier und produziere Bilder, die verkauft werden sollen: Ich mache Kunst! Welch ein Luxus und welch eine harte Arbeit, so vogelfrei zu sein.

Du wohnst mit deinem Mann, dem Maler Tilo Baumgärtel, in einem Loft in der Baumwollspinnerei. Eine besondere Location. Wie habt ihr euch hier eingerichtet?

Wir sind gemeinsam in dieses Loft gezogen und haben es nach unseren Bedürfnissen in nur eineinhalb Monaten ausgebaut. Das Atelier teilen wir uns. Es befindet sich im Gebäude nebenan. Arbeiten und Wohnen so nah beisammen zu haben, erleichtert unseren Alltag sehr.

Wirkt sich euer gemeinsames Arbeiten und Leben in euren Arbeiten aus?

Nicht bewusst, aber es gibt Dinge, die uns beide interessieren. Wir schauen dieselben Filme und Theaterstücke an. Wir empfangen Impulse, transformieren und analysieren sie für die jeweils eigene Arbeit. Welche Impulse aber wen berühren ist sehr abhängig von der jeweiligen Verfassung. Unsere Arbeiten und Themen sind am Ende doch sehr unterschiedlich. Das liegt nicht nur am Medium.

In der Spinnerei leben und arbeiten rund 100 Künstler. Beeinflusst auch diese Ballung an Kreativen an diesem Ort deine Arbeiten?

Dieser Ort ist zum Arbeiten perfekt. Ich liebe die großen Räume und das Licht. Hier kann man sich mit anderen Künstlern treffen und sich austauschen, man kann aber auch total alleine sein. Wir treffen uns im oder in der Mule zum Essen. Es ist eine nette, generationenübergreifende Gemeinschaft und trotzdem nicht zu eng. Meine Umgebung beeinflusst mich natürlich. Das können Details sein. Irgendwas beeinflusst einen immer. Wenn ich an einem anderen Ort leben und arbeiten würde, würde ich vielleicht gestalterisch anders arbeiten – inhaltlich wohl eher nicht.

Du arbeitest zum Beispiel mit deinen Windhunden, oder? Sie tauchen auf vielen deiner Fotografien auf.

2003 wurde mein erstes Kind, Wendelin, geboren. Er hat viel geschlafen und ich war durch ihn sehr gebunden. Ich hatte weniger Zeit, mehr Konzentration und diese Einstellung: Jetzt erst recht! Obwohl ich mit 23 mit einem Kind zu Hause war, wollte ich auf gar keinen Fall im Studium abfallen. Da habe ich angefangen, wie eine Verrückte zu Hause Bilder zu machen. Die Hunde waren da, ich war da, der Raum war da, der Fotoapparat war da.

Was bedeuten domestizierte Tiere für deine Arbeiten?

Das domestizierte Tier ist ein Teil unserer Kultur. Mich interessieren Symbiosen und Dysbiosen von Mensch und Tier. Es geht mir weniger um den Vergleich, sondern vielmehr darum, wie Tiere und Menschen aufeinandertreffen und aufeinander wirken. Im Kleinen und im Großen, innen und außen.

Deine Arbeiten loten Grenzen zwischen Tier und Mensch, Natur und Kultur aus?

Die Grenze zwischen Mensch und Tier ist ein Thema. Dieses Thema bleibt erstaunlicherweise, auch wenn sich meine Arbeiten verändern. Momentan interessiert mich, wie animalisch der Mensch in Extremsituationen werden kann. Ich lese viel Nachrichten, davon haben die meisten etwas Archaisches, etwas Brutales und Erschreckendes. Der Mantel der Kultur ist so bröckelig und schnell zerrissen. Dann kommt das Irrationale durch – wir bewegen uns auf einem sehr fein gewebten Kulturteppich.

Der Mensch als animal rationale?

Aber dann nicht mehr rational! Das Rationale entfällt ins Subjektive. Zurückschlagen, Wehren, Familie beschützen. Das kann ich sogar nachvollziehen. Da setzt das Rationale aus oder es wird an den Rand gedrängt. In Kriegssituationen kommt noch der Wunsch nach Dominanz hinzu. Dann geht es nicht mehr nur darum, zu beschützen.

Wie passen deine Fotografien von getürmten Möbelstücken in dein Thema?

Es ist kein anderes Thema. Denn bei meinen Bildern geht es auch immer um die Fotografie selbst, um einen fotografischen Moment. In meinen Tierbildern “Nature Morte” wird auch das Stillleben und die Fotografie selbst verhandelt. In meiner großen Möbelarbeit, der Werkserie „Le Cirque de Jeanne“, kommen aber auch Tiere vor: Bären, Löwen – und Dompteure oder Seiltänzer. In dieser Arbeit inszeniere ich die Möbel einer Johanna. Ich habe sie nie gekannt, aber ihr Gartenhaus in Leipzig übernehmen dürfen. Das ist wie ein imaginiertes Leben. Meine Arbeit ist eine Vermutung, eine Hommage. Ein Dokument und Stillleben.

Gibt es zu euren Möbelstücken bestimmte Geschichten?

Ich und Tilo haben eine Sammelleidenschaft. Deswegen häuft sich das sehr bei uns. Viele Möbelstücke haben eine Geschichte. Die Dinge sind ausgesucht. Trotzdem steckt kein bestimmtes Konzept hinter unserer Einrichtung. Es ist ein Potpourri. Ich mag, wenn Klassiker neben einem banalen Hocker stehen. Ich mag unsere selbst gezimmerte Bank. Und dann gibt es Dinge, die ich eigentlich nicht in der Wohnung möchte und trotzdem habe ich sie. Ich hasse Tupperware – und trotzdem hat man dann irgendwann so ein Ding und ist ständig dabei, es aus dem Blickfeld zu rücken.

Danke dir, dass du uns einen Einblick in dein Leben und Arbeiten gegeben hast!

Mehr zu Nadin Maria Rüfenachts Werken bei der .

Interview & Text: Theresa Eisele
Photos:

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